Unsterblich: Digitale Klassiker im Ciné Lumière, London
Mit dem KINO DES MONATS stellt Europe‘s Finest jeden Monat ein europäisches Kino vor, das sich besonders für digitale Filme einsetzt.
Das Ciné Lumière ist Teil des Institut Français in London und befindet sich neben den Seminarräumen und der Bibliothek in einem traumhaften Art-déco-Gebäude im Stadtteil South Kensington. Im Jahr 1998 wurde es von Catherine Deneuve eröffnet und zeigt seitdem französische, europäische und internationale Filme in Originalfassung mit englischen Untertiteln.
Durch sein erlesenes Programm aus Klassikern, Arthouse Filmen und Events genießt das Kino hohes Ansehen, nicht nur beim frankophilen Publikum. Für die Filmreihe „Sunday French Classics“ bringt Programmleiter Guillaume Silvy-Leligois jede Woche fast vergessene französische Klassiker und Kultfilme wie LA PISCINE von Jaques Deray auf die Leinwand und bucht regelmäßig Filme bei Europe's Finest.
„Die Klassiker selbst sind unsterblich, aber 35mm Filmkopien sind es leider nicht. Vor der Digitalisierung war es für die Kinos sehr schwer, einen alten Film abzuspielen - die Kopien waren sehr wertvoll und durften nicht beschädigt werden. Durch die Digitalisierung können wir wieder viel häufiger alte Meisterwerke zeigen, und zwar in bester Qualität“, sagt Silvy-Leligois.
Weitere Informationen zum Ciné Lumière: http://www.institut-francais.org.uk/schedule/blog
Interview mit Guillaume Silvy-Leligois, Programmleiter des Ciné Lumière, London
Wann hat das Ciné Lumière seine Technik digitalisiert und was hat sich dadurch geändert?
Das Ciné Lumière wurde im Januar 2009 nach einer sechsmonatigen Renovierung wiedereröffnet.Das Kino wurde komplett neu ausgestattet und wir können nun 15mm, 35mm, DVD, Blu-ray und digitale Filme in 2K vorführen.
Welche Veränderungen haben Sie in der Programmplanung durch die Digitalisierung wahrgenommen?
Flexibilität und Zugang zu Filmen sind die wichtigsten Vorteile der Digitalisierung. Es ist jetzt einfacher, Filme zum Veröffentlichungszeitpunkt zu buchen. Filmverleihe können uns eine Festplatte zusenden, wir laden den Film auf unseren Server, testen ihn und schicken ihn noch vor der ersten Vorführung zurück. Die Verleiher können die Festplatte dann einem anderen Kino zusenden. Das bedeutet Kosteneinsparungen für sie, da sie keine 35mm Kopie für die gesamte Spielzeit des Films in unserem Kino entbehren müssen.
Diese Flexibilität hat die Art und Weise meiner Disposition verändert: Ich kann nun die Zeit, die ich einem bestimmten Film zugestehe, erweitern, indem ich vereinzelte Vorführungen nach den ersten zwei Wochen des Kinostarts hinzufüge und auf die Mund-zu-Mund Propaganda für den Erfolg des Films vertraue. Es gibt mir die Möglichkeit, ein besseres Nischen-Programm zu erstellen, ohne unser Projektions-Team zu sehr unter Druck zu setzten. Wir sind ein Kino mit nur einer Leinwand und zeigen dennoch mehr als 250 verschiedene Filme pro Jahr und oft nur für ein paar Vorführungen. Mit 35mm Kopien haben wir eine Menge Zeit für den Auf- und Abbau verwendet; bei digitalen Kopien müssen wir nur laden, testen und sind abspielbereit. Über 60 Prozent unserer Vorführungen sind heute digital.
Wie kamen Sie in Kontakt mit Europe’s Finest und wie nehmen Sie den Service wahr?
Jeden Donnerstag veranstalte ich eine internationale Vorführung und ich suchte nach großartigen europäischen Filmen. Ich war sehr beeindruckt von der Qualität des Europe’s Finest-Katalogs. Zum Beispiel buchte ich „When a Man Comes Home“ des dänischen Regisseurs Thomas Vinterberg und den bewegenden Film des Isländers Baltasar Kormukur, „White Night Wedding“. Ich fand außerdem heraus, dass Europe’s Finest Jaques Deray’s Kultfilm „La Piscine“ verleiht. Ich plante den Film zuerst als Teil einer Romy Schneider Reihe, dann ein paar Monate später als Teil unserer Sunday Film Classics“ wegen der großen Nachfrage. Der Service von Europe’s Finest ist toll. Wir erhielten die Festplatten problemlos und es war immer möglich, per Telefon in Kontakt zu treten um über den Katalog zu reden. Nicht zuletzt ist auf der Website eine Menge Marketing-Material für die Filme erhältlich, wie zum Beispiel die Synopsis oder hochauflösende Bilder, was uns die Erstellung des gedruckten Programmhefts erleichtert.
Wie sehen Ihre Ideen und Visionen vom digitalen Kino der Zukunft aus?
Auf die Modernisierung, das Onlineticket-System und die Digitalisierung wird nun die nächste weltweite Revolution folgen, bei der alle Kinos für ihr eigenes Programm werben können und ihr Kino als Marke entwickeln, so wie es die TV-Sender bereits tun. Wenn wir bekannte Filme oder Neustarts zeigen, werden uns die Trailer für die Filme mitgeliefert. Bisher war es nur sehr selten möglich, auf unseren Leinwänden für einmalige Events oder Filmreihen zu werben. Durch die digitale Projektion und die Möglichkeit, eigene Trailer zu unseren Vorführungen zu zeigen, können wir unserem Kino mehr Persönlichkeit geben. Bald wird es für Kinos ein muss sein, Trailer für die Klassiker-Filmreihen, Internationale Filmreihen, Festivals oder Previews mit anschließender Diskussion zu erstellen. Das konnte man mit 35mm Kopien nie machen, da es viel zu teuer war - die digitale Technik macht es jetzt möglich...Gerade das Special Interest-Publikum mag ein Kino mit eigenem Charakter.
Video on Demand wird ebenfalls eine neue Rolle bei der Programmplanung spielen. Für Arthouse Kinos wird ein Onlineservice für Filme ein großer Gewinn sein. Oft zeigt man großartige Filme viel zu selten, weil einfach nicht genug Platz im Programm ist. Wir haben gerade „Culturetheque“ (http://www.culturetheque.org.uk) entwickelt, eine digitale Plattform für den Markt in Großbritannien, von der man sich E-Books, Dokumentarfilme, usw. herunterladen kann. In Zukunft werden wir dort auch Filme anbieten, die gerade im Kino gelaufen sind. Drei Filme pro Monat aus dem Programm vom Ciné Lumière: ein französischer, ein europäischer und ein internationaler Dokumentarfilm. Unser erster Film ist LIBRES FRANCAIS DE LONDRES, ein 90-minütiger Dokumentarfilm von Timothy Miller, die bei ihrer Premiere am 15. Juni zur Eröffnung der Filmreihe „Resistance on screen“ restlos ausverkauft war und die auf „Culturtheque“ vom 1. bis 10. Juli zu sehen ist.
Das komplette Interview mit Guillaume Silvy-Leligois finden Sie auch unter www.finest-film.com/press
Das Ciné Lumière ist Teil des Institut Français in London und befindet sich neben den Seminarräumen und der Bibliothek in einem traumhaften Art-déco-Gebäude im Stadtteil South Kensington. Im Jahr 1998 wurde es von Catherine Deneuve eröffnet und zeigt seitdem französische, europäische und internationale Filme in Originalfassung mit englischen Untertiteln.
Durch sein erlesenes Programm aus Klassikern, Arthouse Filmen und Events genießt das Kino hohes Ansehen, nicht nur beim frankophilen Publikum. Für die Filmreihe „Sunday French Classics“ bringt Programmleiter Guillaume Silvy-Leligois jede Woche fast vergessene französische Klassiker und Kultfilme wie LA PISCINE von Jaques Deray auf die Leinwand und bucht regelmäßig Filme bei Europe's Finest.
„Die Klassiker selbst sind unsterblich, aber 35mm Filmkopien sind es leider nicht. Vor der Digitalisierung war es für die Kinos sehr schwer, einen alten Film abzuspielen - die Kopien waren sehr wertvoll und durften nicht beschädigt werden. Durch die Digitalisierung können wir wieder viel häufiger alte Meisterwerke zeigen, und zwar in bester Qualität“, sagt Silvy-Leligois.
Weitere Informationen zum Ciné Lumière: http://www.institut-francais.org.uk/schedule/blog
Interview mit Guillaume Silvy-Leligois, Programmleiter des Ciné Lumière, London
Wann hat das Ciné Lumière seine Technik digitalisiert und was hat sich dadurch geändert?
Das Ciné Lumière wurde im Januar 2009 nach einer sechsmonatigen Renovierung wiedereröffnet.Das Kino wurde komplett neu ausgestattet und wir können nun 15mm, 35mm, DVD, Blu-ray und digitale Filme in 2K vorführen.
Welche Veränderungen haben Sie in der Programmplanung durch die Digitalisierung wahrgenommen?
Flexibilität und Zugang zu Filmen sind die wichtigsten Vorteile der Digitalisierung. Es ist jetzt einfacher, Filme zum Veröffentlichungszeitpunkt zu buchen. Filmverleihe können uns eine Festplatte zusenden, wir laden den Film auf unseren Server, testen ihn und schicken ihn noch vor der ersten Vorführung zurück. Die Verleiher können die Festplatte dann einem anderen Kino zusenden. Das bedeutet Kosteneinsparungen für sie, da sie keine 35mm Kopie für die gesamte Spielzeit des Films in unserem Kino entbehren müssen.
Diese Flexibilität hat die Art und Weise meiner Disposition verändert: Ich kann nun die Zeit, die ich einem bestimmten Film zugestehe, erweitern, indem ich vereinzelte Vorführungen nach den ersten zwei Wochen des Kinostarts hinzufüge und auf die Mund-zu-Mund Propaganda für den Erfolg des Films vertraue. Es gibt mir die Möglichkeit, ein besseres Nischen-Programm zu erstellen, ohne unser Projektions-Team zu sehr unter Druck zu setzten. Wir sind ein Kino mit nur einer Leinwand und zeigen dennoch mehr als 250 verschiedene Filme pro Jahr und oft nur für ein paar Vorführungen. Mit 35mm Kopien haben wir eine Menge Zeit für den Auf- und Abbau verwendet; bei digitalen Kopien müssen wir nur laden, testen und sind abspielbereit. Über 60 Prozent unserer Vorführungen sind heute digital.
Wie kamen Sie in Kontakt mit Europe’s Finest und wie nehmen Sie den Service wahr?
Jeden Donnerstag veranstalte ich eine internationale Vorführung und ich suchte nach großartigen europäischen Filmen. Ich war sehr beeindruckt von der Qualität des Europe’s Finest-Katalogs. Zum Beispiel buchte ich „When a Man Comes Home“ des dänischen Regisseurs Thomas Vinterberg und den bewegenden Film des Isländers Baltasar Kormukur, „White Night Wedding“. Ich fand außerdem heraus, dass Europe’s Finest Jaques Deray’s Kultfilm „La Piscine“ verleiht. Ich plante den Film zuerst als Teil einer Romy Schneider Reihe, dann ein paar Monate später als Teil unserer Sunday Film Classics“ wegen der großen Nachfrage. Der Service von Europe’s Finest ist toll. Wir erhielten die Festplatten problemlos und es war immer möglich, per Telefon in Kontakt zu treten um über den Katalog zu reden. Nicht zuletzt ist auf der Website eine Menge Marketing-Material für die Filme erhältlich, wie zum Beispiel die Synopsis oder hochauflösende Bilder, was uns die Erstellung des gedruckten Programmhefts erleichtert.
Wie sehen Ihre Ideen und Visionen vom digitalen Kino der Zukunft aus?
Auf die Modernisierung, das Onlineticket-System und die Digitalisierung wird nun die nächste weltweite Revolution folgen, bei der alle Kinos für ihr eigenes Programm werben können und ihr Kino als Marke entwickeln, so wie es die TV-Sender bereits tun. Wenn wir bekannte Filme oder Neustarts zeigen, werden uns die Trailer für die Filme mitgeliefert. Bisher war es nur sehr selten möglich, auf unseren Leinwänden für einmalige Events oder Filmreihen zu werben. Durch die digitale Projektion und die Möglichkeit, eigene Trailer zu unseren Vorführungen zu zeigen, können wir unserem Kino mehr Persönlichkeit geben. Bald wird es für Kinos ein muss sein, Trailer für die Klassiker-Filmreihen, Internationale Filmreihen, Festivals oder Previews mit anschließender Diskussion zu erstellen. Das konnte man mit 35mm Kopien nie machen, da es viel zu teuer war - die digitale Technik macht es jetzt möglich...Gerade das Special Interest-Publikum mag ein Kino mit eigenem Charakter.
Video on Demand wird ebenfalls eine neue Rolle bei der Programmplanung spielen. Für Arthouse Kinos wird ein Onlineservice für Filme ein großer Gewinn sein. Oft zeigt man großartige Filme viel zu selten, weil einfach nicht genug Platz im Programm ist. Wir haben gerade „Culturetheque“ (http://www.culturetheque.org.uk) entwickelt, eine digitale Plattform für den Markt in Großbritannien, von der man sich E-Books, Dokumentarfilme, usw. herunterladen kann. In Zukunft werden wir dort auch Filme anbieten, die gerade im Kino gelaufen sind. Drei Filme pro Monat aus dem Programm vom Ciné Lumière: ein französischer, ein europäischer und ein internationaler Dokumentarfilm. Unser erster Film ist LIBRES FRANCAIS DE LONDRES, ein 90-minütiger Dokumentarfilm von Timothy Miller, die bei ihrer Premiere am 15. Juni zur Eröffnung der Filmreihe „Resistance on screen“ restlos ausverkauft war und die auf „Culturtheque“ vom 1. bis 10. Juli zu sehen ist.
Das komplette Interview mit Guillaume Silvy-Leligois finden Sie auch unter www.finest-film.com/press




