Szenen einer Karriere - Ingmar Bergmans frühe Werke kehren zurück auf die Leinwand
Der schwedische Regisseur Ingmar Bergman hat zeitlebens große Beachtung genossen und wurde vielfach in Cannes, auf der Berlinale und bei den Academy Awards ausgezeichnet. Der Durchbruch gelang ihm im Jahr 1955 mit dem Film "Das Lächeln einer Sommernacht", für den er den Sonderpreisder der Jury bei den Filmfestspielen von Cannes erhielt. 1970 wurde ihm bereits der Oscar für sein Lebenswerk überreicht, 1997 zeichnete ihn Cannes für seine Gesamtleistung aus. Im kommenden Jahr ehrt die 61. Berlinale den Regisseur mit einer umfangreichen Retrospektive.
Der im Jahr 2007 verstorbene Regisseur gilt als einer der bedeutendsten Filmemacher des 20. Jahrhunderts. Etwa 60 Filme umfasst das Gesamtwerk des schwedischen Autorenfilmers, das heute im Bergman-Archiv des Schwedischen Kulturinstituts erhalten wird und Teil des UNESCO Weltdokumentenerbes ist. In Zusammenarbeit mit dem Schwedischen Filmarchiv hat der Cinema on Demand-Service Europe's Finest digitale Filmkopien (DCPs, 2K DCI-konform) mit überarbeitetem Originalton von fünf frühen Bergman-Filmen erstellt:Es regnet auf unsere Liebe (1946)
Schiff nach Indialand (1946)
Abend der Gaukler (1946)
Frauenträume (1946)
Nahe dem Leben (1946)
Die Filme können von den Programmplanern der Kinos als Reihe oder einzeln gebucht werden.
Die Filme im Vertrieb bei Europe's Finest:
Es regnet auf unsere Liebe (Det Regnar På Vår Kärlek) 1946, 95min
Noch einmal von vorn anfangen: Maggi ist obdachlos und ungewollt schwanger, David wurde gerade aus dem Gefängnis entlassen. Als ihre Wege sich kreuzen, erwacht die Liebe der beiden Antihelden füreinander und die Hoffnung, gemeinsam aus dem Käfig ihres Schicksals auszubrechen. Sie suchen Schutz in eine verlassene Hütte, doch müssen bald feststellen, dass sie nicht vor ihrer Vergangenheit flüchten können. Der Hausbesitzer, die Kirche und die Bürokratie sind ihnen dicht auf den Fersen.
Schiff nach Indialand (Skepp Till India Land) 1947, 96min
Die klaustrophobische Enge eines Schiffs ist Schauplatz einer beklemmenden Vater-Sohn-Beziehung. Der Junge Johannes wird von seinem Vater unterdrückt, der seine Macht als Kapitän brutal ausübt. Johannes bricht aus dem Kreislauf aus, als er sich in Sally verliebt, die sein Vater an Bord geholt hat. Die dichte Athmosphäre und die ungewöhnliche Bildgestaltung machen diesen frühen Film Bergmans zu einem Meilenstein seines Schaffens.
Abend der Gaukler (Gycklarnas Afton) 1953, 92min
Ein frühes expressionistisches Meisterwerk: Voll vitaler Kraft, alle Regeln brechend, ebnete der Film den Weg für den schwedischen Autorenfilm. Die Geschichte kreist um einen kleinen, heruntergekommenen Zirkus, der in den 20er Jahren durch den Süden von Schweden tourt. Jeder Tag ist ein Kampf ums Überleben, Essen, Unterkunft und menschliche Würde. Unter dem Zirkuszelt wird auch eine Vielfalt menschlicher Gefühle gezeigt: Leidenschaft, Zorn, Neid, Eifersucht, Scheitern, Geduld, Erniedrigung, Stolz und die Freude über ein warmes Lachen. Eines Tages schlägt der Zirkus seine Zelte in der Heimatstadt von Zirkusdirektor Albert auf. Die Vorstellung an diesem Abend wird unvergesslich bleiben.
Frauenträume (Kvinnodröm) 1955, 87min
Modefotografin Susanne begleitet das Model Doris zu Aufnahmen nach Göteborg. Dort trifft sie sich mit ihrem früheren Liebhaber, dem verheirateten Henrik. In Susannes Hotelzimmer werden die beiden von Henriks Frau überrascht. Während dessen lernt Doris beim einkaufen den älteren und wohlhabenden Konsul Sönderby kennen. Sönderby spürt, dass er Doris mit Geschenken für sich gewinnen kann. Eine Reflektion auf das Verlangen und ein Spiegelbild der menschliche Seele in Schaufensterscheiben.
Nahe dem Leben (Nära Livet) 1958, 84min
Nichts für Bergman-Anfänger und Schwangere: Drei Frauen treffen aus völlig unterschiedlichen Gründen in einer Entbindungsstation aufeinander. Eine Fehlgeburt, die illegale Abtreibung und der unerfüllte Wunsch nach einem Kind führt sie auf das selbe Zimmer. Ihre Schicksale sind unsichtbar miteinander verbunden in der Suche nach dem richtigen Weg. Für ihre authentische und mutige Darstellung wurden die drei Schauspielerinnen Ingrid Thulin, Eva Dahlbeck und Bibi Andersson bei den Filmfestspielen in Cannes ausgezeichnet.



